www.mukoviszidose.deWas ist Mukoviszidose?
Mukoviszidose - auch Cystische Fibrose (CF) genannt - hinter diesem
"Zungenbrecher" verbirgt sich eine tragische, bisher unheilbare
Stoffwechselkrankheit. Erst das Engagement von Frau Christiane Herzog
hat die Erkrankung einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Es handelt sich um die häufigste erbliche Stoffwechselerkrankung
unserer Bevölkerung, wobei etwa 4 Millionen Bundesbürger
die Mukoviszidose weitervererben können. Die Symptome werden
oft mit Keuchhusten, Asthma, Bronchitis oder Zöliakie verwechselt.
So liegt die Dunkelziffer ungefähr bei 50%. Die Ursache der
Krankheit - ein genetischer Defekt - ist jedoch trotz intensiver
Forschungsanstrengungen bislang noch nicht heilbar, so dass nur
die Symptome gelindert werden können.
Eine Krankheit wird bekannt
Mukoviszidose - auch Cystische Fibrose (CF) genannt - hinter diesem "Zungenbrecher" verbirgt
sich eine tragische, bisher unheilbare Stoffwechselkrankheit. Durch das Engagement
von Frau Christiane Herzog, z. B. durch das Kochbuch und die Fernsehsendung "Zu
Gast bei Christiane Herzog", wurde sie einer breiten Öffentlichkeit
bekannt. Bundesweite Aktionen wie der Deutsche Lungentag (jedes Jahr
im September) und der Mukoviszidose-Benefiztag der Hotelkette ACCOR
(jedes Jahr im Mai) tragen dazu ebenfalls bei.
4 Millionen
Bundesbürger Erbträger
Dabei handelt es sich um die häufigste erbliche Stoffwechselerkrankung
unserer Bevölkerung. In der Bundesrepublik haben etwa 8000 bis
10.000 Kinder und junge Erwachsene eine Mukoviszidose. Statistisch
gesehen, trägt etwa jeder 25. Bundesbürger das kranke Gen
in sich, das die Krankheit verursacht. Etwa 4 Millionen Bundesbürger
können die Mukoviszidose weitervererben. Doch nur wenn beide
Eltern Erbträger sind und den Gendefekt weitergeben, wird das
Kind an Mukoviszidose leiden. Als Folge dieses Fehlers im "Bauplan"
der Zellen werden alle körpereigenen Sekrete eingedickt produziert.
Ein zäher Schleim verklebt so vor allem die Lunge und die Bauchspeicheldrüse.
Schrittweise verlieren die Organe ihre Funktionstüchtigkeit.
Am Ende fehlt den Betroffenen buchstäblich die Kraft zum Atmen.
Symptome wie bei Bronchitis, Asthma und Zöliakie
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Nicht heilbar, aber behandelbar
Die Ursache der Krankheit - eine genetischer Defekt - ist jedoch trotz intensiver Forschungsanstrengungen bislang noch nicht heilbar. Zwar wird seit der Lokalisierung des Gendefekts auf dem Chromosom 7 im Jahre 1989 fieberhaft nach einer wirksamen Gentherapie geforscht, doch hat es - trotz optimistisch stimmenden Teilerfolgen - noch keinen Durchbruch gegeben.
So müssen wir zunächst weiter auf die stete Verbesserung der konventionellen Behandlung der Mukoviszidose setzen. Früher wurden alle Muko-Betroffenen in den Spezialambulanzen der Kinderkliniken oder auch niedergelassener Kinderärzte behandelt. Der Wandel des Krankheitsbildes drückt sich aber darin aus, dass mehr und mehr erwachsene Muko-Betroffene in speziellen Ambulanzen für Erwachsene an den Universitätskliniken oder auch bei niedergelassenen Lungenfachärzten und Internisten in regelmäßiger Betreuung sind.
Eine sinnvolle medizinische Behandlung schließt auch Rehabilitationsmaßnahmen ("Kuren") in spezialisierten Rehabilitationseinrichtungen, zumeist an der Nord- oder Ostsee bzw. den Bergen, ein. Bekannte Einrichtungen gibt es z. B. auf Amrum, Borkum, Norderney, Davos, Berchtesgaden oder De Haan (Belgien).
Klimatherapiekuren, z. B. in Israel, auf Gran Canaria, Mallorca oder Fuerteventura, sind ebenfalls für viele Muko-Betroffene eine Hilfe.
Kosequente Therapie erforderlich
Zum Therapieprogramm eines Muko-Betroffenen gehören neben der Einnahme von vielen Medikamenten eine hochkalorische Ernährung, Sport und vor allem eine spezielle Krankengymnastik. Dazu gehört vor allem die in Belgien (De Haan) ursprünglich für Asthmatiker entwickelte Autogene Drainage und aus der Atemwegstherapie sowie dem Yoga entlehnte Dehnübungen (sog. Sekrettransportübungen, die auf Norderney entwickelt wurden).
Darüber hinaus müssen die meisten Betroffenen regelmäßig eine intravenöse antibiotische Behandlung über sich ergehen lassen - für manche ist deshalb das Krankenhaus zur zweiten Heimat geworden.
Typischer Alltag eines Mukoviszidose-Kindes, welches in die Schule geht:
| 06.00 | Aufstehen |
| 06.15 - 07.10 | Therapie: Inhalieren, Autogene Drainage, Dehnübungen |
| 07.10 - 07.30 | Frühstück |
| 07.30 - 08.15 | Weg zur Schule |
| 08.15 - 13.15 | Schule |
| 13.15 - 14.00 | Weg nach Hause |
| 14.00 - 14.45 | Mittagessen |
| 14.45 - 15.30 | Freizeit |
| 15.30 - 18.00 | Schularbeiten |
| 18.00 - 18.45 | Abendessen |
| 18.45 - 20.00 | Freizeit |
| 20.00 - 21.00 | Therapie: Inhalieren, Autogene Drainage, Sport |
| 21.00 | Zubettgehen |
Quelle: Thomas Malenke
Natürlich variiert der Therapieaufwand je nach Schwere der Erkrankung erheblich, so dass der typische Tagesablauf oben lediglich eine Orientierungsgröße darstellt. Der Therapieaufwand von 2 Stunden erscheint vielleicht auf den ersten Blick vertretbar und gar nicht so viel; für die Eltern und Muko-Kinder ist jedoch häufig die Tatsache, dass die Therapie lebenslang konsequent durchgeführt werden muss, eine erhebliche Herausforderung für den Alltag.
Gen-Et(h)ik
Die Mukoviszidose wird bei den Diskussionen um ethische Aspekte der Genforschung in den Medien oft beispielhaft genannt. Stichworte sind hier Pränatale Diagnostik, Gentests bei Versicherungen, Präimplantationstechnik, Keimbahntherapie und therapeutisches Klonen.
Wer über Gen-Et(h)ik diskutiert, stößt
unwiderbringlich auf Fragen des Lebensrechtes und -wertes Behinderter
und der Menschen allgemein, der Frage, was Leben überhaupt
ausmacht, Überlegungen zur informationellen Selbstbestimmung.
Kritische Stimmen, z. B. aus dem Bereich der Katholischen und Evangelischen
Kirche, sind ebenso zu hören wie befürwortende.
Lungentransplantation
Ist die Lunge eines Muko-Betroffenen durch die häufigen
Entzündungen bereits sehr stark angegriffen, bleibt als letzter
Ausweg bislang nur die Lungentransplantation, wenn ein Organ zur
Verfügung steht. Organspendemangel ist also auch ein Thema
für Muko-Betroffene und ihren Familien.
Die Frage allerdings, ob Muko-Betroffene sich für oder gegen
eine Lungentransplantation entscheiden und sich auf die Warteliste
setzen lassen, ist eine sehr persönliche Frage, die für
viele einen jahrelangen Entscheidungsprozess bedeutet. Dies wird
auch in vielen Erfahrungsberichten der Mukoviszidose-Zeitschrift "Klopfzeichen" immer wieder deutlich.
Die Erkrankung hat sich gewandelt
Immer noch verlieren die Mukoviszidose-Betroffenen ihren täglichen
Kampf um die Kraft zum Atmen viel zu früh. Immerhin aber können
wir heute damit rechnen, dass die heute diagnostizierten Mukoviszidose-Kinder
im Durchschnitt 30-40 Jahre alt werden - ein großer Erfolg,
wenn man bedenkt, dass Mukoviszidose noch vor 15 Jahren als reine
Kinderkrankheit galt. Mittlerweile sind nahezu 50% der Muko-Betroffenen
erwachsen, wo vor 35 Jahren noch eine Lebenserwartung von 1-5 Jahren
realistisch war.
Die Mukoviszidose hat also als Erkrankung heute eine andere Bedeutung als früher.
Das Erwachsenwerden der Betroffenen stellt uns vor neue Herausforderungen:
Internisten müssen sich mit dem Krankheitsbild vertraut machen,
um die jungen Erwachsenen adäquat versorgen zu können,
Kliniken müssen sich auf eine ganz neue Gruppe von Mukopatienten
einstellen, und die Betroffenen selbst müssen sich - wie alle
jungen Menschen - ganz selbstverständlich mit Fragen der Berufswahl,
Familienplanung und Altersvorsorge auseinandersetzen.





